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Review | ROCKAVARIA 2018

Samstag. 9. Juni 2018. Wir hatten je ein Tagesticket. 117 Euro pro Person. An diesem Tag traten 10 Bands auf:

 

Johnny Gallagher & Boxtie Band (14.30 - 15 Uhr, King´s Stage - große Bühne), zeitgeich auf der King´s Stage 15 - 16 Uhr TuXedoo und Green Stage (kleine Bühne) Monument, wieder fast zeitgleich 16.20 - 17.05 Uhr The Raven Age (King´s Stage) und von 16.20 - 17.25 Uhr DragonForce (Green Stage). Danach folgte von 17.30 Uhr - 18.30 Uhr auf der großen Bühne Killswitch Engage und auf der kleinen Bühne 17.50 bis 19.05 Uhr Eluveitie. Und dann schließlich "unser persönlicher" Hauptact 19 - 20 Uhr Arch Enemy (King´s Stage), und dann gab´s auch noch von 19.35 bis 21 Uhr Saltatio Mortis (Green Stage) und dann eben ganz zum Schluss Iron Maiden von 21 bis 23 Uhr als Headliner.

 

Wie man an dieser Auflistung schon sieht, gab es eine Menge Überschneidungen. Ist nicht wirklich optimal - gleichzeitig dachten wir uns: "Okay, man kann ja - mal schnell - zur anderen Bühne rüber". Eine Bühne, die große, befand sich direkt am Königsplatz - die andere, kleine Bühne war hinter der Glyptothek.

 

Es hieß: Einlass 13 Uhr, Beginn 14.30 Uhr ... und so waren wir um 14 Uhr da, weil wir dachten, es geht im Allgemeinen eh schnell, bis wir auf das Festival-Gelände (Königsplatz, München) kommen. So kannten wir das von unseren bisherigen Festival-Besuchen. Wir täuschten uns. Wir mussten über eine Stunde warten und haben somit die erste Band schon mal verpasst. Ärgerlich. Der Einlass ging nur schleppend vorran. Es war eine "zähe Nummer" und erforderte enorme Geduld des wartenden Publikums. Einige Leute neben uns, waren - ebenso, wie wir - sauer. Es gab vereinzelt Pfiffe. Verständlich. Geübte Festivalbesucher sind "anderes gewohnt".

 

Vorab war angekündigt: Ein Wiedereinlass sei nicht möglich. Es gebe keine Stempel, keine Festivalbändchen, d.h. einmal auf dem Gelände, immer auf dem Gelände - oder ganz raus. Im Fall der Fälle ... also wenn man z.B. bei einem "Notfall" oder aus "gesundheitlichen Gründen" doch das Festivalgelände hätte kurzfristig verlassen müssen, so hätte man schlichtweg "Pech" gehabt. Ärgerlich. Sehr ärgerlich.

 

Es hieß: Man dürfe Taschen, die größer als ein DIN A4-Blatt seien, nicht mit sich führen. Das ist mittlerweile üblich, wir verstehen das auch. Wir hatten ein kleines Bauchtäschen dabei. Dann wunderten wir uns aber doch sehr, dass einige Leute vor uns mit ihren großen Rucksäcken rein durften. Gab es da irgendwo im Kleingedruckten der AGBs eine Ausnahmegenehmigung? Die Kontrollen beim Einlass waren - zumindest bei dem Eingang (neben der U-Bahn), wo wir standen - eher "locker". Wenn es an den Taschenkontrollen gelegen hätte, dass wir so lange hatten warten müssen, dann hätten wir am Ende Verständnis gehabt, aber so - bleibt nur ein Fragezeichen übrig.

 

Ca. um 15 Uhr waren wir schließlich auf dem Gelände, wir hatten Durst, peilten den ersten Getränkestand an: 5 € für ein schlecht eingeschenktes Bier. Heftig. Wasser gab´s natürlich auch, aber in kleinen Becherchen ausgeschenkt , 2 oder 3 € kostete das, war auf alle Fälle deutlich überteuert! Dezent würden wir das als "Abzocke" bewerten.

 

Die erste Band, die wir sehen konnten, war TuXedoo - eine Alpencore-Band aus Österreich, die gab alles. Wir konnten (da ja dank Einlassverzögerungen noch nicht so arg viele Leute auf dem Gelände waren) ganz vorne mitfeiern. Ja, das Konzert war ein Feiern! Die Band gab alles, hatte eine Menge Spaß auf der Bühne. Toll war, dass wir mit unserer kleinen, aber sehr guten Pocket-Kamera von der Position einige Bilder schießen konnten. Die Akkreditierung hatten wir zwar beantragt, aber es hieß, dass die Presseakkreditierungen bereits abgeschlossen seien. Seltsam fanden wir, dass sich allgemein sehr wenige Fotografen hinter der Absperrung befanden. Im Netz haben wir im Nachhinein von den einzelnen Bandauftritten nicht viel gefunden. 

 

Nach dem Konzert wollten wir zur Green Stage. Ein Durchkommen war leider nicht möglich, überall Zäune, also nichts mit "schnell mal rüber wechseln" (wegen den Überschneidungen). Wir fragten uns, wenn das ein gesamtes Festival-Gelände ist, warum braucht es da im Festival-Gelände dann nochmal Zäune und sowas ähnliches, wie einen Einlass, um in einen anderen Bereich zu wechseln? Wir fanden das: total nervig. Und so blieben wir eben auf dem Hauptgelände, hockten uns ins Gras und verfolgten von der Ferne die Band "The Raven Age". Die Musik war gut, den Gesang empfanden wir als eher fad. War aber auch nicht so direkt "unsere" Stilrichtung. Wir beschlossen gegen 17.30 Uhr wieder zur großen Bühne zu gehen, um uns die Band Killswitch Engage anzusehen. Wieder waren wir ganz vorne und hatten erneut Gelegenheit, ein paar Fotos zu schießen. Die Band gab alles, hat echt Spaß gemacht, wie sie die Bühne - sehr engagiert - gerockt haben.

 

Langsam näherte sich unser persönliches Highlight, der Auftritt der Melodic Death Metal Band Arch Enemy. Schon oft gesehen, in unterschiedlichen Locations - auf Open Airs - in Hallen. Die Band mit der charismatisch-kraftvollen Frontfrau Alissa White-Gluz ist musikalisch, gesanglich ganz großARTig! Wir freuten uns sehr auf dieses Konzert.

 

Wir bewegten uns vor deren Auftritt jedoch nochmal an das Ende des Festival-Geländes. Irgendwann mussten wir ja auch mal aufs Klo. Wieder: Wartezeit bei den wenigen Klo-Containern. Die Burschen machten es sich einfach und pinkelten in die Büsche. Dann zurück - wieder übers ganze Gelände laufen - um möglichst weit vorne zu sein. Überraschung - aber dann doch eigentlich keine: Die Security verweigerte uns den Zutritt zum Bereich der Bühne, obwohl genügend Platz vorhanden war, vorne war es alles andere als überfüllt. Wir nutzten die Gelegenheit - während einige genervte Besucher mit den Securitys diskutierten und letztere abgelenkt waren - rannten wir durch die Absperrung hindurch und so gelang es uns abermals ganz vorne zu stehen - wieder zückten wir unsere Kamera und machten zahlreiche Bilder unserer Lieblingsband. Das Konzert war - wie zu erwarten - TOP! Arch Enemy riss die Massen mit! Die Begeisterung des mittlerweile sehr gut gefüllten Festivalgeländes war hör- und spürbar. "Nur" eine Stunde Auftritt empfanden wir als deutlich zu wenig.

 

Danach gelang es uns tatsächlich ohne Probleme zur Green Stage zu gelangen - wir konnten noch einigen Songs von Saltatio Mortis lauschen. Das Publikum feierte begeistert mit. Um 21 Uhr ging´s weiter mit dem vom Veranstalter gesetzten Headliner Iron Maiden. Das Konzert verfolgten wir von den hinteren Reihen aus, weil wir eigentlich keine Lust mehr hatten, uns mit der Security auseinandersetzen zu müssen. Iron Maiden ist freilich eine der beständigsten und kommerziell erfolgreichsten Metal-Bands überhaupt. Ihre Musik war stilprägend und bedeutsam für nachfolgende Bands der unterschiedlichsten Metal-Subgenres. Wir freuten uns daher, die Band mal zu erleben. Musikalisch treffen sie nicht ganz unseren Geschmack, aber die Band hat zweifelsfrei eine tolle Show geboten, die Fans waren zu 100% dabei. Super!