Das Summer Breeze Open Air 2025 war aus unserer Sicht wieder ein starkes, aber stellenweise auch forderndes Festival – musikalisch großartig, organisatorisch mit spannenden Neuerungen, fotografisch für Metal Pictures allerdings von einem massiven Datenverlust überschattet, daher gibt es dieses Mal tatsächlich so gut, wie keine Fotos, stattdessen ein Text-Review.
Festivalerlebnis & Atmosphäre
Das Summer Breeze 2025 hat seinen Ruf als eines der wichtigsten Metal-Festivals Europas erneut bestätigt: vier Tage Metal auf dem Flugplatz bei Dinkelsbühl, rund 40.000 bis 45.000 Besucher:innen und ein Line-up, das von Underground-Acts bis zu den ganz großen Namen reichte.
Die Stimmung auf dem Gelände war wie immer super – trotz extremer Hitze, die das Infield zeitweise in eine glühende Arena verwandelte und alle Beteiligten körperlich forderte.
Die Veranstalter setzten einige Verbesserungen um, etwa zusätzliche Schattenplätze, neue Sitzmöglichkeiten und mehr Wasserstellen. Das war richtig super und angenehm.
Line-up, Highlights und Sound
Schon im Vorfeld war klar, dass das Line-up 2025 Maßstäbe setzen würde: Headliner wie Machine Head, Gojira, Blind Guardian und In Extremo trafen auf Szenegrößen wie Dimmu Borgir, Wardruna, Static-X, The Halo Effect oder Kanonenfieber.
Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt von Gojira, deren Set mit massiver Pyro, perfektem Sound und enormer Energie uns extrem begeistert hat.
Warum es dieses Mal kaum Bilder gibt
Für eine Seite wie Metal Pictures, die normalerweise von Live-Fotos lebt, ist es ungewöhnlich – und offen gesagt schmerzhaft –, quasi ohne Bilder aus einem so großen Festival wiederzukommen. Umso wichtiger ist es, transparent zu sein: Im Anschluss an das Summer Breeze 2025 kam es bei der Bildsicherung zu einem gravierenden technischen Defekt, der große Teile des Festivalmaterials unwiederbringlich zerstört hat.
Die Fotografin Gisi W. hat sich – wie viele Kolleg:innen – auf ein bewährtes Offline-Backup-Konzept verlassen: mehrere Speicherkarten, regelmäßiges Überspielen auf redundante Datenträger vor Ort und erst danach der geplante Transfer ins Heim- oder Studio-Netzwerk. Dass ausgerechnet in diesem Prozess ein technischer Fehler auftrat, ist kein Ergebnis schlampiger Arbeitsweise, sondern Pech in Kombination mit Hardwareversagen.
Gisi W. hat professionell gearbeitet, war während des Festivals permanent im Einsatz, hat verschiedene Bühnen abgedeckt und war – wie ihr es von Metal Pictures kennt – mit vollem Herzblut dabei. Der Verlust der Daten traf sie extrem hart, denn für eine Fotografin sind solche Bilder nicht nur Erinnerung, sondern Arbeitsergebnis, Portfolio und Herzensprojekt in einem.
Metal Pictures – von Fans für Fans
Auch wenn es dieses Mal kaum Bildmaterial vom Summer Breeze 2025 gibt, bleibt eines unverändert: Metal Pictures ist und bleibt ein Projekt von Fans für Fans, das Festivals wie dieses aus Perspektive der Szene dokumentieren will – nicht als Hochglanzkampagne, sondern als ehrliche, leidenschaftliche Momentaufnahme.
In den kommenden Festivalrunden wird das Sicherungskonzept noch weiter ausgebaut, um die ohnehin schon mehrstufigen Backups um zusätzliche Sicherheitsnetze zu ergänzen.
Mittwoch, 13. August
Das Summer Breeze 2025 bot an diesem Festivaltag eine extrem breite musikalische Spannweite – von bayerischer Blasmusik bis hin zu isländischem Post-Rock und symphonischem Black Metal.
15:00–16:00 Uhr – Blasmusik Illenschwang (T-Stage)
Die lokale Blasmusik Illenschwang eröffnete den Nachmittag auf der T-Stage und brachte klassisch-bayerische Festzeltstimmung auf das Metal-Festival. Zwischen Lederhosen, Marsch- und Polka-Rhythmen und dem typischen brassigen Sound entstand ein sympathischer Stilbruch, den viele als charmante Auflockerung im sonst harten Programm wahrnahmen.
Gerade im heißen „Death Valley“ von Dinkelsbühl sorgte der Auftritt für ein entspanntes Warm-up: Bierbänke, schattige Plätze und ein Publikum, das gleichermaßen grinsend mitschunkelte und Kutten schwenkte, bevor später die Gitarrenwände über das Gelände rollten.
19:10–20:30 Uhr – The Halo Effect (Main Stage)
The Halo Effect wurden im Vorfeld als eines der großen Melodic-Death-Metal-Highlights gehandelt – und lieferten trotz technischer Startprobleme ein emotional starkes Konzert. Nach einem verzögerten Beginn und einer kurzen Unterbrechung wegen Schlagzeugproblemen fand die Band sichtbar fokussiert in den Set zurück und baute die Spannung Song für Song weiter auf. Als „Shadowminds“ endlich einsetzte, entlud sich die angestaute Energie in lautstarkem Jubel; die Menge feierte die Schweden praktisch wie Headliner, mit dichtem Pit, Crowdsurfern und lauten Mitsing-Chören. Auch wenn der Soundmix – wie so oft beim Summer Breeze – nicht überall perfekt war und der Kickdrum-Anteil manchen zu dominant erschien, lobten viele Besucher:innen die ehrliche Spielfreude der Band und die starke Interaktion mit dem Publikum.
20:50–21:30 Uhr – Aephanemer (Wera Tool Rebel Stage)
Die französischen Melo-Death-Metaller Aephanemer traten im Rahmen des „Riot of the Underground“-Programms auf der Wera Tool Rebel Stage an und nutzten die kompakte Spielzeit, um ein dichtes, energiegeladenes Set abzufeuern. Ihr symphonisch geprägter Melodic Death Metal, der auf orchestrale Arrangements und eingängige Leads setzt, funktionierte live hervorragend und zog auch viele neugierige Festivalgäste an, die die Band zuvor nur vom Namen kannten. Besonders hervorzuheben war der klare, melodische Fokus, die souveräne Bühnenpräsenz und die starke Wechselwirkung zwischen symphonischen Backing-Arrangements und harten Riffs. Es gab keinen riesigen Rahmen, aber eine Show, die Lust darauf machte, die Band nach dem Festival intensiver zu verfolgen.
21:35–22:35 Uhr – Borknagar (T-Stage)
Borknagar brachten auf der T-Stage eine Mischung aus Progressive, Black und Pagan Metal, die perfekt zur einsetzenden Abendstimmung passte. Die Norweger sind bekannt für komplexe Songstrukturen und große, weite Melodiebögen; genau diese Qualitäten kamen im Open-Air-Kontext besonders gut zur Geltung, als sich melodische Refrains und harsche Parts in langen Spannungsbögen abwechselten. Songs wie „Up North“ – der bereits in der offiziellen Summer-Breeze-Playlist prominent vertreten war – sorgten live für Gänsehautmomente, wenn die epischen Chöre vom Publikum aufgegriffen wurden und sich über das Gelände legten. Es war ein anspruchsvolles, aber mitreißendes Set, das eher zum Hinhören und Eintauchen als zum ununterbrochenen Moshen einlud – und genau dadurch einen besonderen Platz im Abendprogramm einnahm.
22:45 Uhr – Mur (Wera Tool Rebel Stage)
MÚR lieferten auf der Wera Tool Rebel Stage einen der intensivsten und atmosphärisch dichtesten Auftritte des gesamten Summer Breeze 2025. Ihr Set wirkte wie ein eigenständiger Kosmos aus Post-, Prog- und Black-Metal-Elementen, in den das Publikum für die Dauer des Slots komplett hineingezogen wurde. Die Isländer setzen live kaum auf klassische Strophen-Refrain-Schemata, sondern auf lange, dramaturgisch aufgebaute Kompositionen, die sich langsam steigern, brechen und wieder neu aufbauen. Das Ergebnis war eine Mischung aus hypnotischer Trance und eruptiver Wucht: ruhige, schwebende Passagen kippten immer wieder in schwergewichtige, rhythmisch packende Ausbrüche, die sich wie Schlagwellen über die Rebel Stage legten. Verstärkt wurde diese Wirkung durch das Bühnenbild: Dunkles Licht, dichter Nebel und eine fokussierte Performance ohne überflüssige Showeffekte schufen eine Atmosphäre, die mehr an ein düsteres Ritual als an ein klassisches Festivalset erinnerte. Trotz der späten Uhrzeit und der Konkurrenz durch größere Bühnen blieb die Rebel Stage während des Sets gut gefüllt, mit einem Publikum, das eher versunken zuhörte als dauerhaft im Pit rotierte. Am Ende wirkte der Auftritt wie eine konzentrierte Visitenkarte einer Band, die bereits jetzt das Potenzial für deutlich größere Slots erkennen lässt – ein Festivalmoment, bei dem viele gespürt haben dürften, dass hier etwas Besonderes passiert.
23:25–00:25 Uhr – Sólstafir (T-Stage)
Sólstafir verwandelten die T-Stage in ein emotionales Nachtkino: Die Isländer setzten auf lange, atmosphärische Songs, die sich langsam aufbauten, in Post-Rock-artige Steigerungen mündeten und das Publikum mit ihrer melancholischen Intensität einfingen. Der Auftritt war ein Kontrastprogramm zu den härteren, schneller strukturierten Bands des Tages: weniger brachiale Gewalt, dafür umso mehr Atmosphäre, Lichtstimmung und ein Gefühl von Weite, das mitten in der Nacht wie ein Gegenentwurf zur Hitze und Enge des Festivalalltags wirkte.
23:25–00:35 Uhr – Dimmu Borgir (Main Stage)
Parallel dazu boten Dimmu Borgir auf der Main Stage eine größere, theatralische Produktion, bei der symphonischer Black Metal, Lichtshow und visuelle Inszenierung Hand in Hand gingen. Die Norweger griffen auf ein Set zurück, das Klassiker und neuere Stücke kombinierte und mit bombastischen Orchester-Elementen, Chören und markanten Gitarrenriffs die Spätabend-Crowd fest im Griff hatte. Je nach Standpunkt variierte die Soundwahrnehmung, in jedem Fall gab es direkt vor der Bühne eine dichte Mischung aus Headbanging, Blastbeats und Pyro.
Donnerstag, 14. August
Das Summer Breeze 2025 zeigte an diesem Tag sehr schön, wie vielfältig moderne Metal-Kultur sein kann: vom Workshop mit Szene-Frontfrau Britta Görtz bis zur großen Headliner-Show mit voller Pyro-Breitseite.
14:00–15:00 Uhr – Harsh Vocals mit Britta Görtz (Campsite)
Der Harsh-Vocals-Workshop mit Britta Görtz auf dem Campsite war weniger „Unterricht“ im klassischen Sinn als eine Mischung aus Szene-Treff, Q&A und praxisnaher Stimm-Coaching-Session. Britta sprach offen über Technik, Atemführung, Aufwärmen und Stimmschutz – und machte dabei klar, dass extreme Vocals nur mit sauberer Technik langfristig gesund funktionieren.
Zwischen Übungen, Demonstrationen und humorvollen Anekdoten aus dem Touralltag entstand eine lockere, empowernde Atmosphäre: Newcomer bekamen konkrete Tipps an die Hand, erfahrene Sänger:innen konnten Feinheiten nachfragen, und alle gingen mit dem Gefühl zurück aufs Gelände, etwas für ihre Stimme und ihr Selbstvertrauen getan zu haben.
18:00–18:30 Uhr – Hiraes (Wera Tool Rebel Stage)
Hiraes hatten die dankbare, aber auch herausfordernde Aufgabe, den frühen Abend auf der Wera Tool Rebel Stage anzuschieben. Der moderne Melodic-Death-Metal-Sound der Band – wuchtige Riffs, melodische Leads und druckvolle Growls – passte perfekt zur kleinen, intensiven Bühne, auf der Nähe zum Publikum wichtiger ist als Bombast. Die Band legte ein hochkonzentriertes, energiegeladenes Set hin. Der kraftvolle Gesang und die tighten Rhythmen von Britta taten ihr Übriges dazu. Trotz kurzer Spielzeit entstand eine mitreißende Stimmung vor der Bühne; der Auftritt war ein idealer „Einstieg in den Abend“, der Lust auf mehr Hiraes-Shows machte.
19:40–20:25 Uhr – Firtan (Wera Tool Rebel Stage)
Firtan brachten mit ihrem düsteren, atmosphärischen Black-/Extreme-Metal-Sound eine ganz andere Farbe auf die Wera Tool Stage. Die Mischung aus rasenden Parts, melancholischen Melodien und progressiveren Einschüben funktionierte live sehr gut und zog nicht nur eingefleischte Genre-Fans, sondern auch neugierige Festivalgäste an, die sich von der intensiven Stimmung anstecken ließen. Firtan schafften es, auf kleiner Bühne eine fast clubartige Intensität zu erzeugen – mit starken Dynamikwechseln, fokussierter Performance und einer Show, die eher zum Eintauchen und Hinhören als zum Dauer-Moshpit einlud. Für uns war der Slot einer der „Underground-Höhepunkte“ des Tages.
21:15–22:45 Uhr – Gojira (Main Stage)
Gojira wurden schon im Vorfeld als potenzieller „Festivalsieger“ gehandelt – und genau so wird die Show im Nachhinein auch beschrieben: als massiver Headliner-Auftritt, der musikalische Präzision, brachiale Wucht und eindrucksvolle Bildsprache vereinte. Die Franzosen zogen ein Set auf, das Klassiker wie „Flying Whales“, „Silvera“, „Amazonia“ und „The Gift of Guilt“ mit neueren Stücken verband und dabei kaum Verschnaufpausen ließ. Pyrotechnik, Lichtshow und Visuals verstärkten die Wirkung der Songs, ohne sie zu überlagern; im Zentrum standen nach wie vor die Riffs, Grooves und der charakteristische, organische Sound der Band. Mit dichten Moshpits, lauten Chören und dieser typischen Mischung aus technischer Brillanz und emotionaler Wucht, die eine große Main-Stage-Show zur echten Festival-Erinnerung macht.
21:35–22:20 Uhr – Iotunn (Wera Tool Rebel Stage)
Parallel zu Gojira spielten Iotunn auf der Wera Tool Rebel Stage einen deutlich kleineren, aber dafür umso besonderen Slot. Die Dänen sind für ihren progressiven, kosmisch angehauchten Extreme Metal bekannt – lange Songbögen, komplexe Strukturen, cleane und harsche Vocals im Wechsel – und boten damit ein Kontrastprogramm zur monumentalen Main-Stage-Produktion nebenan. Wer sich bewusst für Iotunn entschied, wurde mit einem konzentrierten, musikalisch anspruchsvollen Set belohnt: „intensiv“ und „sehr atmosphärisch“. Gerade auf der kleineren Stage konnten die filigranen Details, Tempowechsel und die spacige Grundstimmung der Songs gut wirken; der Auftritt wirkte wie ein Geheimtipp-Konzert innerhalb des großen Festivaltrubels – perfekt für alle, die während des Headliner-Slots lieber eine Entdeckungsreise im Prog-/Extreme-Metal-Bereich machen wollten.
Freitag, 15. August
15:45 Uhr – Evergrey (T-Stage)
Evergrey traten am Nachmittag auf der T-Stage an – bei Wetter, das laut Berichten sprichwörtlich mitspielte: Während ihres Sets zog sogar kurz Regen auf, der die Hitze brach und der Show fast cineastische Dramatik verlieh. Die Schweden nutzten diese Stimmung, um ihren melancholischen, progressiven Power-/Prog-Metal mit viel Gefühl, aber auch spürbarer Wucht zu präsentieren.
Evergrey war mein (Gisi W.) persönliches Highlight des Tages: starke, emotionale Vocals, dichtes Zusammenspiel und eine Setlist, die zwischen neuem Material und Fanlieblingen pendelte. Gerade auf der T-Stage, mit ihrer etwas intimeren Atmosphäre und den frisch gepflanzten Schattenbäumen, entstand eine Verbindung zum Publikum, die näher und unmittelbarer wirkte als auf der Main Stage.
16:35–17:05 Uhr – Nattverd (Wera Tool Rebel Stage)
Nattverd brachten norwegischen Black Metal auf die Wera Tool Rebel Stage und setzten damit ein dunkles Ausrufezeichen im Nachmittagsprogramm. Ihr Set war von klassischen Genre-Merkmalen geprägt: kalte Riffs, harsche Vocals, kompromissloses Tempo – dazu ein ernsthafter, fast ritueller Auftritt ohne viel Ansage, der klar auf Atmosphäre statt Smalltalk setzte. Die kompakte Spielzeit spielte der Band in die Karten: Nattverd konzentrierten sich auf ein eng fokussiertes, intensives Programm, das auf engem Raum eine dichte, finstere Stimmung erzeugte. Gerade für Fans traditionell ausgerichteten Black Metals war der Slot ein Pflichttermin und demonstrierte, dass die Rebel Stage eben nicht nur Nachwuchs, sondern auch sehr ernsthafte Extrem-Music-Momente liefert.
16:45–17:30 Uhr – Dogbite (Campsite Circus)
Während im Infield die Blastbeats über die Wera Tool Stage rollten, sorgten Dogbite auf dem Campsite Circus für eine deutlich rauere, bodenständigere Dosis Energie – Hardcore/Metal-lastige Kost in Zeltplatznähe. Der Auftritt wirkte wie eine Einladung an alle, die den Nachmittag lieber im direkten Kontakt, ohne großen Bühnenaufbau und mit viel Bewegung im Publikum verbringen wollten. Dogbite nutzten den Rahmen für eine Show mit Zug nach vorne: kurze Ansagen, dichte Songs, viel Interaktion an der Bühnenkante und eine Crowd, die laut Berichten schnell in Bewegung kam. Für viele Besuchende war das einer der Gigs, bei denen das Campsite-Konzept des Summer Breeze – mitten im Alltag zwischen Zelten, Bier und Sonnencreme – seine volle Wirkung entfaltet.
18:00–18:30 Uhr – Destinity (Wera Tool Rebel Stage)
Destinity spielten am frühen Abend auf der Wera Tool Rebel Stage und brachten modernen, melodisch geprägten Extreme Metal mit hohem Energielevel. Die Franzosen setzten auf eine Mischung aus treibenden Riffs, melodischen Hooks und druckvollen Vocals, die live gut zündete und das Publikum spürbar auf den kommenden Festivalabend einstimmte. Der Slot war kurz, intensiv und auf den Punkt: keine großen Experimente, sondern ein konzentriertes Best-of-Set, das zeigte, warum Destinity seit Jahren als verlässliche Live-Band gelten. Die Rebel Stage erwies sich dabei einmal mehr als idealer Ort für solche Shows – nah, laut und mit einer Crowd, die offensichtlich Bock auf genau diese Art von Sound hatte.
22:00 Uhr – Antrisch
Antrisch standen am späteren Abend mit ihrem alpinen, atmosphärischen Black Metal für einen besonderen Akzent im Programm. Die Band ist bekannt dafür, Themen wie Berge, Natur und alpine Mythen in einen rauen, doch stimmungsvollen Klang zu übersetzen – live entsteht daraus eine dichte, kühle Atmosphäre, die sich deutlich vom klassischen Satan-/Okkult-Fokus vieler Black-Metal-Acts abhebt. Antrisch harmonierte extrem gut mit der Nachtstimmung: Nebel, reduziert gesetztes Licht und eine kompromisslose, aber nicht sterile Performance sorgten für ein Konzert, das weniger auf Effekt, dafür umso mehr auf Immersion setzte. Für Fans von atmosphärischem, naturverbundenem Black Metal war der Auftritt ein Highlight, das den Tag stimmungsvoll in die dunklere Phase des Abends überleitete.
Der Samstagabend mit Omnium Gatherum, TARJA & Marko Hietala, Machine Head und Primordial gehörte zu den dramaturgisch stärksten Blöcken des Summer Breeze 2025 – stilistisch abwechslungsreich, emotional aufgeladen und mit zwei großen Festivalmomenten auf der Main Stage.
17:10–17:55 Uhr – Omnium Gatherum (T-Stage)
Omnium Gatherum brachten am späten Nachmittag ihren charakteristischen Mix aus Melodic Death Metal und progressiven, melancholischen Melodien auf die T-Stage. Unter brütender Hitze suchten viele Fans den Schatten der neu gepflanzten Bäume und Sonnenschirme, blieben aber dennoch für das Set, das sich als gelungene Verbindung aus Härte und großer Melodik erwies. Die Finnen setzten auf eine Setlist mit markanten Leads, hymnischen Refrains und typischen „Feelgood-Melancholie“-Momenten, bei denen sich die Stimmung von nachdenklich zu euphorisch drehte. Trotz der frühen Headliner-Dichte des Abends fühlte sich der Auftritt wie ein eigenständiger Fixpunkt an: ein Konzert, das weniger auf Spektakel als auf starke Songs und tightes Zusammenspiel setzte.
17:40–18:40 Uhr – TARJA & Marko Hietala (Main)
Das gemeinsame Set von Tarja Turunen und Marko Hietala war für viele eines der emotionalsten Highlights des Festivals: Eine Art Nightwish-Zeitreise, kombiniert mit Solo-Material und großer Main-Stage-Inszenierung. Tarja dominierte die Bühne mit ihrer charakteristischen Präsenz, während Marko als Gast nicht nur stimmlich, sondern auch mit seiner entspannten Art für viele Gänsehautmomente sorgte. Klassiker-Feeling, opulenter Sound und ein Publikum, das Zeile für Zeile mitsang, machten die Show zu einem generationsübergreifenden Moment für Symphonic-Metal-Fans. Kleine Pannen – etwa ein kurz ausfallendes Mikro – wurden mit Humor genommen und verstärkten eher das Gemeinschaftsgefühl, als die Atmosphäre zu stören.
21:15–22:45 Uhr – Machine Head (Main)
Machine Head lieferten als einer der großen Headliner eine Show, die vielfach als „Geburtstags-Battle“ und Triumphzug zugleich beschrieben wurde. Vom eröffnenden „Imperium“ an war klar, dass die Band den Slot nutzen würde, um ein Best-of aus Klassikern und neuem Material mit maximaler Wucht zu präsentieren. Die Mischung aus ikonischen Songs wie „Davidian“ und „Imperium“ und Tracks vom aktuellen Album „UNATØNED“ hielt die Spannung durchgehend hoch; dazu kam eine starke Licht- und Pyroproduktion, die die ohnehin dichte Stimmung noch einmal verstärkte.
22:25–23:25 Uhr – Primordial (T-Stage)
Primordial setzten auf der T-Stage den dunklen, epischen Gegenpol zum Industrial-Feuerwerk auf der Main Stage. Die Iren brachten ihren markanten Mix aus Black Metal, Doom und keltisch gefärbtem Epic Metal mit – lange, spannungsreiche Songs, getragen von der charismatischen, beschwörenden Performance von Alan „Nemtheanga“ Averill. In der Nachtstimmung der T-Stage wirkten die Stücke wie kleine Epen: langsam aufbauende Spannungsbögen, plötzliche Ausbrüche und Refrains, die von der Menge fast liturgisch mitgetragen wurden. Der Auftritt bot genau jene intensive, nachhallende Atmosphäre, die Primordial-Shows auf Festivals so besonders macht – ein würdiger, ernsthafter Kontrapunkt zum brachialen Headliner-Spektakel nebenan.
Essensstände: Auswahl & Qualität
Kulinarisch hat das Summer Breeze in den letzten Jahren sichtbar nachgelegt: Von der klassischen Bratwurst über Burger, Dürüm und Asia-Food bis hin zu spezialisierten Ständen (z. B. „Dolle Knolle“ oder holländische Pommes) reicht das Angebot im Infield und am T‑Square. Besucher:innen loben vor allem die wachsende Vielfalt und die Möglichkeit, zwischen schnellen Snacks und vollwertigen Mahlzeiten zu wählen. Vegetarische und vegane Optionen sind inzwischen fest etabliert: Mehrere Stände in Bühnennähe boten fleischlose oder rein pflanzliche Gerichte an, dazu kommen im festivaleigenen Supermarkt auf dem Campingplatz vegane Produkte wie Sojamilch, Aufschnitt und frisches Obst. Auch glutenarm ließ sich essen, etwa durch „brotlose“ Varianten oder Kartoffelgerichte. Preislich bewegt sich das Essen im üblichen Festivalrahmen, die Preise waren fair
besonders dort, wo Portionen groß und Mahlzeiten wirklich sättigend waren;

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